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Kostenfreie Beratung zum Auslandsstudium

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Seit 2011 haben wir viele hundert Studenten auf dem Weg ins Ausland betreut. Wir sind aber nicht nur Studienberater, sondern auch Herausgeber dieses Print- und Online-Magazins Studieren in Anderswo.

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Dr. Eva Istók, Studienberaterin

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Aus erster Hand

Als Deutscher in Ungarn

Wirft man einen Blick auf die Geschichte Ungarns, fällt es schwer, nicht bald Mitleid für das Land zu empfinden. Lange Zeit Teil der Österreich-Ungarischen Doppelmonarchie, im Zuge der Unabhängigkeitserklärung Ende des Ersten Weltkrieges eines Großteils seiner Ländereien entzogen.

Ungarn-Taxi

Die Folge: Frühkindliches Trauma und überstürztes Hilfesuchen bei Hitler. Das vielversprechende Angebot: Erhöhung des Taschengeldes und Zurückeroberung der verlorenen Gebiete. Wer kann da schon nein sagen. Im Endeffekt marschiert Hitler in Ungarn ein – den Rest kann man sich denken. Diese Geschichte lässt daran zweifeln, dass der Ungar den Deutschen freudestrahlend empfängt.

Für meine ungarische Mitbewohnerin spielte das keine Rolle. Über eine Onlineplattform zur Wohnungssuche hatte sie gezielt nach deutschen Studenten Ausschau gehalten. Unser erstes Gespräch in Budapest ließ sie dahin schmelzen – einem derartigen Fan deutscher Sprache bin ich nie zuvor und nie danach begegnet. An Deutschland begeisterte sie so ziemlich alles. Berlin – die einzige Stadt, von der sie vermutet, dass sie ihr noch besser gefallen würde als Budapest. Und das, ohne sie je besucht zu haben.

Wer hätte gedachte, dass ich mich gleich an die erste Person nach der Ankunft so genau erinnern würde: Der Taxifahrer, der mich vom Flughafen zur Wohnung gefahren hat. Nachdem er herausgefunden hatte, dass ich Deutsch sprach, machte er mit mir einen kostenlosen Umweg, um mir die wichtigsten Gebäude der Stadt auf gebrochenem Deutsch zu erklären. Er sprühte nur so vor Stolz seiner eigenen Stadt gegenüber und purer Freude daran, seine Sprachkenntnisse aufzufrischen.

Dann der ältere Herr im Copy Shop. Nach seinem Namen habe ich nie gefragt. Aber angeregt unterhalten haben wir uns jedes Mal, wenn ich bei ihm war. Seine Tochter war für einige Zeit in Amerika gewesen, hatte einen Heiratsantrag vor den Niagara Fällen bekommen. Zur Hochzeit würde er versuchen, sie zu besuchen. Deutsch sprach er nicht, Englisch auch nicht. Auf Ungarisch verstehe ich nur fünf bis sechs Worte – eher fünf als sechs. Eventuell war es auch seine Nichte...

Meine Bedenken erwiesen sich als falsch. Die Menschen in Budapest konnten genau so viel oder wenig mit mir anfangen, wie mit jedem anderen Ausländer auch. Während 186 Tagen Auslandsaufenthalt hat mich niemand auf die deutsch-ungarische Geschichte angesprochen. Platt gesagt: Es ist wohl ein wenig Gras über die Sache gewachsen. Oder Mütterchen Russland hat während der Zeit der Besetzung einfach noch mehr Missmut erzeugt. Meine ungarische Mitbewohnerin macht übrigens ihr Auslandssemester in Berlin.

Von Rieke Muss

 

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