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News

Info-Veranstaltung: Medizin international studieren

Info-Tage zum "Auslandsstudium Medizin" finden regelmäßig in der Klinik Eilbek, Lehrkrankenhaus der Uni Hamburg, statt. Der nächste Termin ist der 25. November 2017 von 12 bis 15 Uhr. Veranstalter ist die Studienagentur Finde Academic. Mehr Infos hier 

Public Health Management

An der renommiertesten Medizin-Hochschule Lettlands, der Rīga Stradiņš University, Master of Public Health Management studieren und im September 2017 starten. Bewerbungsfrist April bis Juli: www.rsu.lv/eng

Internationaler Doppelabschluss

Im September 2017 beginnen internationale Bachelorprogamme mit Doppelabschluss in Tourismus oder Business Administration, Studienorte sind Lettland und Schottland, Frankreich oder Spanien, durchgeführt von der Turiba University in Riga: www.turiba.lv/en

Management Master in Ungarn

In 1 Jahr zum Master of Science in Marketing Management, Financial Management, Human Resource Management oder International Business. Die IBS Budapest bietet Masterstudiengänge auch für fachfremde Bachelor-Bewerber. Der Abschluss wird gemeinsam mit der University of Buckingham vergeben. Mehr Information: www.wirtschaftsstudium-in-budapest.de

Studienaufenthalt im Oman

Die Heimat der mutigen Seefahrer

Das Sultanat Oman, ein bei Europäern eher unbekanntes Land im Südosten der Arabischen Halbinsel mit 3 Millionen Einwohnern, ist für seinen Weihrauch berühmt und durch Öl reich geworden. Dieses Land ist aber auch für Geologen aus der ganzen Welt ein Mekka zur Erkundung von Gesteinen und Fossilien. Warum jeder geologisch interessierter Mensch unbedingt einmal in seinem Leben den Oman besuchen muss und was ein deutscher Student in diesem kleinen, stillen Nahost-Land erleben kann, erzählt uns der Geologiestudent Cornelius Schmid im folgenden Artikel.Oman-Maskat-Cornelius

Für Cornelius stand eine Reise in den Oman zunächst ganz und gar nicht auf dem Plan. Die Idee in den Oman zu gehen, entwickelte sich aus einem Angebot seiner Professorin heraus. Die suchte einen Studenten, der seine Master-Arbeit zum Thema 'Paläontologische Untersuchungen in Erdölgebieten' im Oman verfassen sollte. Ein Job als Tutor und die volle Kostenübernahme der Forschungsreise waren bereits gesichert – ein verlockendes Angebot. 

Es musste sich nur jemand aus dem Kurs trauen, die Reise in das unbekannte arabische Land anzutreten und die Aufgabe zu meistern. Cornelius zögerte nicht lange und nahm das Angebot an. Der 25-jährige studierte zu diesem Zeitpunkt im 10. Semester Geowissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an. Kurz vor dem Abschluss seines Studiums stehend entschied er sich, den praktischen Teil seiner Master-Arbeit im Oman zu absolvieren.

German University of Technology in Oman

Cornelius Zieluniversität war die German University of Technology (GUtech), eine mit der RWTH Aachen kooperierenden Privatuniversität in Maskat, der Hauptstadt des Oman. Mit einem deutschen Rektor und knapp 700 Studierenden und etwa 110 Mitarbeitern, etwa die Hälfte im akademischen Bereich und die andere Hälfte in der Verwaltung, liegt das Hauptgebäude auf 25.000 Quadratmetern mitten in der Wüste nahe der Hauptstadt. Die GUtech bietet 5 englischsprachige Studiengängen. Diese sind: Angewandte Geowissenschaften, Angewandte Informationstechnologie, Regionales Management und Tourismus, Stadtplanung und Architektur.

Zwischen der RWTH Aachen und der GUtech besteht seit 2010 ein Abkommen über Studierendenaustausch. Jährlich können bis zu acht Studierende der RWTH für einen Aufenthalt von bis zu einem akademischen Jahr in Maskat nominiert werden. Auf dem Campus, dessen Areal auf 500.000 Quadratmetern erweitern werden soll, studieren derweil etwa 640 Studenten. Bis zum Jahre 2017 strebt die Universität bis zu 2.500 Studenten an.

Das Sultanat Oman: Ein Staat wider Erwarten

Die Flugzeit von Frankfurt nach Maskat, der Hauptstadt des Oman, beträgt ca. 7 Stunden. Das Wetter ist bei einer Durchschnittstemperatur von 22 Grad im Winter und 35 Grad im Sommer, angenehmer als man aufgrund der geografischen Lage erwarten kann.

Der Oman zeigte sich für Cornelius als ein fortschrittliches arabisches Land mit vielfältiger geologischer Beschaffenheit. Es liegt am äußersten östlichen Rand der Arabischen Halbinsel und grenzt im Westen an die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien, im Südwesten an den Jemen. Das Staatsoberhaupt ist Qabus ibn Sa'id Al Sa'id, der Sultan von Oman. Trotz seiner absolutistischen Regierungsstruktur kann man das Land in dieser Region als fortschrittlich bezeichnen. Das zeigt sich auch in der Förderung des Wissenschafts- und Bildungssektors.

„Die staatliche Wirtschaftsplanung setzt, finanziert durch die sprudelnden Öleinnahmen, auf den Ausbau des Bildungssystems. Neben der boomenden öl- und gasverarbeitenden Industrie sollen auch Bildung, Wissenschaft und Forschung konkurrenzfähig sein“, berichtet Cornelius, „immerhin 31 Prozent des Staatshaushaltes fließen in den Bereich Bildung.“

Der Oman belegt damit weltweit den ersten Platz. Zum Vergleich: In Deutschland sind es nicht einmal 4 Prozent. Für das arabische Land ist das eine wichtige Investition in die Zukunft des Landes, denn in der omanischen Bevölkerung ist etwa die Hälfte 18 Jahre und jünger.

Frauen im Oman

Untypisch für die Region ist auch, dass insbesondere die staatliche Bildungspolitik der weiblichen Bevölkerung zugute kommt. Der Sultan gilt als Förderer der Frauen. Diese studieren oft und arbeiten dann in leitenden Funktionen. „Die Frauen im Oman sind bildungsorientiert, aufgeklärt und zielstrebig“, bestätigt Cornelius. „Sie verlassen bereits die Schule mit meist besseren Noten als ihre männlichen Mitschüler und besuchen dann die Universität.“

In den vergangenen Jahren stieg die Anzahl von Studentinnen sogar so stark, dass sich staatliche Universitäten im Land mit einer Männerquote gegen den weiblichen Ansturm zu schützen versuchten. Aufgrund ihrer guten Ausbildung finden omanische Frauen leicht Einstieg in die modernen Dienstleistungsberufe im Land. Im öffentlichen Dienst kommt zur Zeit auf zwei Männer eine Frau – Tendenz steigend. 

Andere Länder, andere Sitte, für Cornelius kein Problem!

Die erste Zeit von Cornelius war allerdings geprägt von anfänglichem Chaos, viel Eigenorganisation und zeitaufwendigem Stellen von Anträgen. Als die Visa-Angelegenheiten erst mal geklärt waren und er mit der Universität vertrauter war, begann er sich schnell wohl zu fühlen. Er wohnte in einer Wohnanlage nahe der Universität. Ein Auto stand ihm zur Verfügung, um zu den wichtigen Ortschaften zu gelangen, an denen er seine Forschung antreten durfte. Während seines Aufenthaltes untersuchte und bearbeitete Cornelius geologische Proben und assistierte als Tutor und bei Vorlesungen.

Als deutscher Tutor hatte er sicherlich anfängliche Schwierigkeiten im Umgang mit der omanischen Kultur. Sonst auch ein passionierter Weltenbummler gab es keine weiteren Probleme sich mit seinen omanischen Studenten zu verständigen.

„Klar herrscht da noch keine sexuelle Freiheit im Oman und die Kleiderordnung ist da ziemlich strikt aber ich habe mich stets bedacht, geguckt und versucht nicht aufzufallen und schon gar nicht Sitten und Bräuche der Einheimischen zu verletzen“, erinnert sich Cornelius. Vor allem war es für den Deutsch neu einen Kurs von 19 Omanis zu unterrichten, wovon nur ein männlicher Student war und der Rest nur weibliche Studentinnen.

Der Reichtum des Oman im geologischen Museum

Der Deutsche interessierte sich auch für die Museumslandschaft des Landes. Die meisten Museen liegen in der Hauptstadtregion und befinden sich im Großen und Ganzen noch in der Aufbauphase. Von den etwa 15 bekannten Museen in Maskat, begeisterte Cornelius sich besonders für das National History Museum.

„Das ist ziemlich klein und hat auch nur wenige Tausend Besucher im Jahr. Nicht vorstellbar für uns in Europa! Es gibt dort viele Präparate, teils in Modelle und geologischen Proben, zum Beispiel Gesteine wie "Rudisten". Rudisten sind Muscheln aus der Kreidezeit. Diese Gesteine sind heute Erdölspeicher – hohle Muscheln. Nachdem sie abgestorben sind, füllen sie sich mit Erdöl. Das ist einzigartig und nur hier feststellbar“, sagt Cornelius.

Ungewöhnlicher Studienort, aber es lohnt sich

Cornelius ist ein junger Mann, der gerne die Welt kennenlernen will und als Geologe kann er in fast allen Orten der Welt forschen. So war ihm die besondere Reise in den Oman eine außergewöhnliche Gelegenheit mal ein komplett anderes Land kennenzulernen.

Zu den beeindruckendsten Ausflügen, die er gemacht hat, zählt seine Entdeckung des Wadi-Shab. Als Wadi bezeichnet man die ausgetrockneten Flussläufe in Gebirgstälern. Viele der Wadis im Oman sind den größten Teil des Jahres ausgetrocknet, doch zur Regenzeit füllen sie sich wieder mit Wasser und kleine und große Flüsse entstehen. Etwa zwanzig Kilometer südlich von Maskat mündet Wadi-Shab ins Meer. Dort liegt der kleine Hafen Tiwi, der im Mittelalter Schiffen den einzigen Anker- und Versorgungsplatz entlang des südlichen Teils der omanischen Küste bot.

„Im Wadi-Shab hat das Wasser einen spektakulären Canyon in den Fels des östlichen Oman-Gebirges geschnitten. Auch die Gesteinsarten sind andere und nur selten auf der Erde zu finden. Meist handelt es sich um sehr starke Kalksteinsedimente. Das ist das wohl bekannteste und schönste Wadi des Oman. Traumhaft!“, erzählt Cornelius fachmännisch.

„Der Oman hat mich schnell fasziniert“, sagt Cornelius. „Nicht nur geologisch sondern auch kulturell ein Schatz reich an gut bewahrter Tradition aber auch offen und modern. Und mit fantastischer geologischer Beschaffenheit. So wie sie es heutzutage nur selten auf der Erde zu finden und zu erforschen gibt.“

 


Von Imen Bessassi


 

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