Das Magazin von Finde Academic

News

Public Health Management

An der renommiertesten Medizin-Hochschule Lettlands, der Rīga Stradiņš University, Master of Public Health Management studieren und im September 2017 starten. Bewerbungsfrist April bis Juli: www.rsu.lv/eng

Internationaler Doppelabschluss

Im September 2017 beginnen internationale Bachelorprogamme mit Doppelabschluss in Tourismus oder Business Administration, Studienorte sind Lettland und Schottland, Frankreich oder Spanien, durchgeführt von der Turiba University in Riga: www.turiba.lv/en

Management Master in Ungarn

In 1 Jahr zum Master of Science in Marketing Management, Financial Management, Human Resource Management oder International Business. Die IBS Budapest bietet Masterstudiengänge auch für fachfremde Bachelor-Bewerber. Der Abschluss wird gemeinsam mit der University of Buckingham vergeben. Mehr Information: www.wirtschaftsstudium-in-budapest.de

Auslandssemester in Ungarn

Im Paris des Ostens

Christian entschied sich zusammen mit zwei Freunden für ein Auslandssemester in Ungarn. Zwischen der Budapest Business School in der Hauptstadt Budapest und seiner FH in Bingen bestand eine Kooperation. Also machten sich die drei Jungs mit dem Auto auf die lange Reise ins Land von Gulasch und Paprika.

Ungarn-Budapest-Christian

An seiner FH in Bingen ist es als Student des Wirtschaftsingenieurwesens eigentlich eher ungewöhnlich ins Ausland zu gehen. „Für einen Auslandsaufenthalt entscheiden sich nur ca. 10 Prozent der Studenten", berichtet Christian. Seine Freunde und er waren sich dennoch schnell einig, dass sie ihr Studium um ein Semester verlängern würden, um Erfahrungen außerhalb Deutschlands zu sammeln. Zwischen der Wirtschaftshochschule BBS in Ungarns Hauptstadt Budapest und Christians FH in Bingen besteht eine Partnerschaft. Dennoch hatte noch kein deutscher Student bisher die Möglichkeit genutzt, ein halbes Jahr in Ungarn zu verbringen.

Christian war auf die Partneruniversität aufmerksam geworden, als er drei ungarische Studenten in Bingen traf, die ihm von ihrer Heimatstadt berichteten. „Die Studenten erzählten uns, dass Ungarn im Vergleich zu Deutschland verhältnismäßig günstig sei. Gleichzeitig reizte uns die Möglichkeit, ein Land zu bereisen, das wir noch nicht kennen gelernt hatten und das nicht zu den typischen Urlaubszielen innerhalb Europas zählt", erinnert er sich im Interview.

Organisation und erste Eindrücke

Um eine geeignete Wohnung mussten sich die Studenten selbst kümmern. „Wir haben übers Internet verschiedene Wohnungen gefunden und die Eigentümer kontaktiert", erzählt Christian. Letztendlich ist die Wahl auf eine schöne Wohnung am Oktogon, einem der zentralsten Plätze im Herzen der Stadt, gefallen. Die deutschen Studenten entschieden sich für eine gemeinsame Unterkunft. „In Deutschland habe ich noch bei meinen Eltern gewohnt. Deshalb war die Zeit mit meinen Kommilitonen in unserer WG für mich sehr erlebnisreich", erinnert sich Christian. „Beim nächsten Mal würde ich aber vermutlich mit internationalen Studenten zusammenziehen, um noch mehr vom kulturellen Austausch zu profitieren". Wie sich erst in Budapest herausstellte, befindet sich die BBS nicht im Stadtzentrum der Stadt. „Bis zur Uni mussten wir morgens ca. 35 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Trotzdem ist es zu empfehlen, ins Stadtzentrum zu ziehen, um von der zentralen Lage und der damit verbundenen Mobilität zu profitieren", erinnert sich der Student.

Wirtschaftsstudium in Budapest

Die Budapest Business School ist aufgeteilt in vier Fakultäten, die in teilweise unterschiedlichen Gebäuden untergebracht sind. Neben der Fakultät für International Management und Business, an der Christian studierte, sind auch Commerce, Catering & Tourism, Finance & Accounting und Business Administration vertreten. Die Kurse, aus denen die Studenten wählen können, werden allesamt auf Englisch gehalten, sodass niemand der ungarischen Sprache mächtig sein muss. „Die Auslandskoordinatorin in Ungarn hat uns bei der Zusammenstellung der Kurse unterstützt. Die Organisation auf ungarischer Seite war wirklich hilfreich". Schwieriger gestaltete sich die Anerkennung der Kurse an der FH in Bingen. Letztendlich konnten die drei Studenten sich aber die gesammelten Credits an ihrer Hochschule anrechnen lassen.

Ungarisches Studentenkomitee: Viel Kontakt von Anfang an

Bereits am ersten Tag wurden die Neuankömmlinge aus aller Welt in der Universität von einem ungarischen Studentenkomitee begrüßt. Das Komitee hat einige Reisen organisiert, aber sich auch darum bemüht, dass internationale Kontakte zwischen Erasmusstudenten und Ungarn hergestellt werden. „Mit einigen der ungarischen Studenten bin ich noch heute in Kontakt", berichtet Christian. Ihm blieb besonders in Erinnerung, wie viel Zeit die Ungarn mit den Erasmusstudenten verbrachten, obwohl ihnen bewusst war, dass sie nach einem halben Jahr wieder zurück fahren würden. „Das war für uns eine Möglichkeit, auch die ungarische Kultur kennen zu lernen und nicht nur mit anderen internationalen Studierenden Kontakte zu knüpfen". Neben Deutschen waren unter anderem die Nationen Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Schweden, die Niederlande, aber auch Brasilien, Rumänien und Japan vertreten.

Was Budapest auszeichnet

Vor seinem Auslandsaufenthalt hatte Christian Ungarn noch nicht besucht. Er war mit der Erwartung nach Budapest gegangen, in eine Stadt zu ziehen, die alt, gleichzeitig prunkvoll und im Verhältnis zum deutschen Preisniveau verhältnismäßig günstig wäre. „Meine Erwartungen an Budapest haben sich zum größten Teil bestätigt", so Christian im Interview. Die Stadt mit ihren prunkvollen, großen Gebäuden sei beeindruckend und habe ihn bis zum letzten Tag fasziniert. Gleichzeitig seien gerade die jungen Ungarn wider Erwarten sehr westlich orientiert.

Neben dem Studium war für die Studenten natürlich auch das kulturelle Angebot der Stadt relevant. Im Vorfeld hatten sie sich hierüber wenig informiert und erfuhren erst vor Ort, dass Budapest für seine sogenannten ruin bars bekannt ist. Dabei handelt es sich um Clubs oder Bars, die in alten Ruinen errichtet wurden. „Die Einrichtung dieser Pubs wirkt, als sei sie aus Second Hand Läden zusammen gesammelt worden", erzählt Christian und lobt die hohe Individualität der Lokalitäten. Szimpla Kert ist allen voran die bekannteste der vielen Bars. Umgedrehte Mülleimer dienen als Lampenschirme, im Innenhof parkt ein altes Cabrio, das Platz bietet, um zu verweilen. Neben den ruin bars und den vielen Open Air Clubs, die gerade im Sommer beliebt sind, wurden Partys in alten Flugzeughallen und sogar in einem Höhlensystem am Rande der Stadt veranstaltet. „In Deutschland wäre das alles aufgrund der strengeren Vorschriften mit Sicherheit nicht möglich gewesen. Zum Glück sind die Regelungen in Ungarn etwas lockerer", so der Student.

Bei der Frage nach dem schönsten Ort in Budapest, muss Christian nicht lange überlegen. „Vom höchsten Punkt der Stadt, dem Gellertberg, hat man aus 235 Metern Höhe gerade abends einen atemberaubenden Blick über die Stadt". Von hier aus sieht man auch die zahlreichen Brücken über die Donau, die Budapest in Buda und Pest teilt. Die drei Kommilitonen erlebten in sechs Monaten in Budapest eine unvergessliche Zeit. Eine abschließende Reise mit internationalen Studenten durch Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien rundete das Erlebnis ab.

Für Christian ist Budapest „eine wahnsinnig vielseitige, weltoffene und gleichzeitig ehrliche Stadt". Die vielen bröckelnden Fassaden und zahlreichen Bettler erzählen von seiner schwierigen Geschichte. Gleichzeitig stahlt der Prunk der Stadt mit seinen vielen Brücken und mächtigen Gebäuden großes Selbstbewusstsein aus. Christian hat die Entscheidung, nach Budapest zu gehen, nicht bereut. Auch wenn die Lebenshaltungskosten nicht ganz so günstig waren, wie vorerst erwartet. „Häufig hat es sich eher gelohnt, essen zu gehen, anstatt selbst zu kochen", erinnert sich der Student. Nach Budapest zieht es Christian nun vorerst nicht mehr. Das hat einen einfachen Grund. Der Auslandsaufenthalt in Ungarn hat einfach Lust auf mehr gemacht. „Es gibt noch viele andere Orte, die ich ebenso intensiv kennenlernen möchte wie Budapest.

Von Rieke Muss

Studenten in Anderswo

Video-Interviews

Medizin und Tiermedizin

Wirtschaft und Jura

Panorama

Vor Ort

  • Als Deutscher in Ungarn

    Willkommenskultur in Ungarn – eher nicht, dachte Rieke. Schon die erste Bekanntschaft in Ungarn widerlegte jedoch all ihre Vorurteile.
    Read More
  • Familie auf einem Motorrad in Tansania

    ÖPNV in Tansania

    Die Straßen Tansanias sind chaotisch und überfüllt, trotzdem funktioniert der Verkehr. Jede Fahrt ist ein besonderes Erlebnis, berichtet Katharina.
    Read More
  • Auslandssemester in Kolumbien.

    Eindrücke aus Kolumbien

    Fuhrwagen neben Mercedes – das ist Kolumbien. Begeistert von Menschen, Kultur und Natur möchte Bastian am Ende gar nicht mehr weg.
    Read More
  • Einwanderer in Argentinien

    Diskriminierung gibt es überall, das erlebte auch Maria im Auslandssemester in Argentinien. Als europäische Einwanderin wurde sie jedoch bevorzugt behandelt.
    Read More
  • Ein Auto fährt durch eine Wüste im Oman.

    Wasserverbrauch im Oman

    Polizeikontrolle, weil das Auto zu staubig ist? Geologiestudent Cornelius erzählt von skurrilen Erlebnissen während seines Auslandssemesters im Wüstenstaat Oman.
    Read More