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Public Health Management

An der renommiertesten Medizin-Hochschule Lettlands, der Rīga Stradiņš University, Master of Public Health Management studieren und im September 2017 starten. Bewerbungsfrist April bis Juli: www.rsu.lv/eng

Internationaler Doppelabschluss

Im September 2017 beginnen internationale Bachelorprogamme mit Doppelabschluss in Tourismus oder Business Administration, Studienorte sind Lettland und Schottland, Frankreich oder Spanien, durchgeführt von der Turiba University in Riga: www.turiba.lv/en

Management Master in Ungarn

In 1 Jahr zum Master of Science in Marketing Management, Financial Management, Human Resource Management oder International Business. Die IBS Budapest bietet Masterstudiengänge auch für fachfremde Bachelor-Bewerber. Der Abschluss wird gemeinsam mit der University of Buckingham vergeben. Mehr Information: www.wirtschaftsstudium-in-budapest.de

Studienaufenthalt in Japan

Kendo, Sprachkurse und Abschlussarbeit

Gut vorbereitet reiste Sören Niewint nach Japan. Der Sportstudent von der Uni Oldenburg hatte zuvor 3 Jahre Japanisch und viel über die Kultur des Gastlandes gelernt. An der Universität in Sendai, einer Stadt im Nordosten Japans mit immerhin einer Million Einwohnern, sollte es losgehen. Doch dann stellte Sören fest, dass die Sportwissenschaftler in dem kleinen Städtchen Funaoka – knapp eine halbe Stunde mit dem Zug von Sendai entfernt – studieren.

Japan Soren

Der erste Deutsche

Einige Überraschungen kamen kurz nach seiner Ankunft auf ihn zu. Bei der Registrierung im Einwohnermeldeamt der Präfektur stellte sich heraus, dass er nicht nur der einzige Europäer auf dem Campus, sondern auch der allererste Deutsche war, der hier seinen Wohnsitz anmeldete. Die Anzahl der Japaner, die Englisch sprechen, war sowohl in der Stadt Funaoka als auch an der Universität begrenzt. Auch beim 'Student Support' für internationale Studenten sprach man fast ausschließlich Japanisch. Das war zwar eine optimale Voraussetzungen, um die Landessprache zu verbessern, aber natürlich auch eine Herausforderung.

Einzelunterricht an der Uni

„Ich war vor allem in engem Kontakt mit 2 Professoren, die sehr gut Englisch sprechen. Der Eine hat in den USA und der Andere einige Jahre in Berlin studiert. Dieser Professor war es auch, der die Kooperation zwischen Oldenburg und Sendai ins Leben gerufen“, berichtet Sören.

Die Betreuung des deutschen Gaststudenten ging soweit, dass der Deutsche mehrmals die Woche Einzelunterricht bei diesen beiden Dozenten hatte und dann zum Beispiel Sportphysiologie auf Englisch paukte. An den japanischen Vorlesungen nahm Sören nicht teil und belegte stattdessen Japanisch-Sprachkurse, lernte im Rahmen der Lehrveranstaltungen Kendo und arbeitete schließlich auch noch an seiner Bachelor-Arbeit. 

Hierarchie verstehen: Senpai und Kohai

Neben der sprachlichen Herausforderung musste sich Sören natürlich auch in die Gesellschaft einfinden. „Der Alltag funktionierte nach knapp 3 Monaten ganz gut. Für das Leben in Japan ist es vor allem wichtig, dass man das Senpai-Kohai-Prinzip versteht“, sagt Sören. „In jeder Gruppe, ob an der Universität oder im Arbeitsleben, gibt es immer einen ranghöheren Senpai, der dem Neuankömmling – dem Kohai – Hilfestellung gibt. Und der Ranghöhere muss immer mit Respekt und Ehrfurcht behandelt werden.“ Dieses Prinzip, das auch im Kampfsport zu Hause ist, zieht sich durch alle gesellschaftlichen Bereiche. Da es in Japan keine unabhängigen Sportvereine gibt, sondern Freizeitaktivitäten immer an Schulen, Universitäten und Unternehmen angegliedert sind, hat das Senpai-Kohai-Prinzip auch hier eine große Bedeutung.

Sören war als Auslandsstudent und Gast der Universität von diesen recht strikten gesellschaftlichen Strukturen ausgenommen. Und er war durchaus froh, dass er diesen Exoten-Status besaß. In seinem Fall war der Senpai kein japanischer Student, sondern der bereits genannte Professor, der mehrere Jahre in Deutschland studiert hatte. 

Kleine Hochschule mit exzellenter Ausstattung

Die Sendai University mit ihrer sportwissenschaftlichen Ausrichtung ist für japanische Verhältnisse eine kleine Universität. Hier wird neben dem klassischen Studiengang Sportwissenschaften unter anderem auch Sport und Medien sowie Kampfkunst als Bachelor-Studiengang unterrichtet. Die Unterrichtssprache ist jedoch immer Japanisch und es gibt keine englischsprachigen Studiengänge.

Trotzdem die Universität vergleichsweise klein erscheint, war Sören von den dortigen Möglichkeiten begeistert: „Den Begriff klein darf man hier nicht falsch verstehen. Das bezieht sich tatsächlich nur auf die Anzahl der Studenten und die Größe des Campus. Die Ausstattung der Universität ist sicher vergleichbar mit der Kölner Sporthochschule. Hier gibt es zum Beispiel eine riesige 5-stöckige Turnhalle, einen Bereich, in dem Höhentraining simuliert werden kann und vieles mehr. Das ist schon fantastisch.“

Kontakt nicht ganz einfach

Sören hat 3 Jahre vor seinem Japan-Aufenthalt begonnen, die Sprache zu lernen. Ganz leicht fällt ihm das Japanische aber noch nicht und in der Sprachbarriere sieht er auch die größte Hürde. „Wenn man tatsächlich intensiv mit Japanern in Kontakt kommen will, dann sollte man schon vor der Ankunft die Language Proficiency Level 3 haben. Ich habe etwas gebraucht, um mich hier einzugewöhnen und erst nach 2 Monaten hatte ich das Gefühl, dass ich mit den eigentlich wichtigen Dingen loslegen kann: Sprache vertiefen, inhaltlich lernen, Kontakte machen. Und nun tickt die Uhr ja auch schon wieder runter. Die Zeit vergeht wie im Flug“, erzählt Sören.

Struktur auch in der Freizeit

Die fehlende gemeinsame Sprache macht es zwar schwierig, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen, aber es ergaben sich dennoch Möglichkeiten. „Ich spiele mit meinen japanischen Kollegen Fußball und treibe Kendo. Allerdings machen das Männer und Frauen hier streng getrennt“, sagt Sören. 

Eine kleine, wenn auch ritualisierte Ausnahme ist als Abendgestaltung wohl das so genannte „Nomihodai“. Japanische Bars bieten oft separate Räume an, in denen Karaoke gesungen und Alkohol konsumiert werden darf. Meist bezahlt man einen festen Betrag und kann dann innerhalb von 90 Minuten soviel singen und trinken, wie man es sich selber und den Anderen zumuten möchte. Aber auch hier gibt es klare Regeln. Sören weiß zu berichten, dass man sich zum Beispiel grundsätzlich selber keinen Alkohol einschenkt, sondern dass das Andere für einen selbst übernehmen.

Nochmal nach Funaoka

Der Deutsche zeigt sich mit dem Ablauf seines Auslandsaufenthalts ausgesprochen zufrieden. „Ich würde definitiv wieder eine kleine Universität und Stadt wählen, wenn ich das Ganze nochmal planen könnte. Aufgrund der Sprachbarriere habe ich mich teilweise etwas isoliert gefühlt. Sicher, an der Tohoku Universität in Sendai selbst, gibt es viele Europäer und die Atmosphäre ist internationaler. Aber um einen authentischen Einblick in das Land zu kriegen, war mein Aufenthalt hier optimal.“

Von Eva Istók


 

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