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News

Medizin international studieren

Regelmäßige Info-Tage mit dem Titel "Medizin international studieren" gibt es in Hamburg. Der nächste Termin ist der 25. März von 12 bis 16 Uhr. Veranstalter ist die Studienagentur Finde Academic: www.medizinstudium-in-riga.de 

Japanisch in Japan

Die Online-Bewerbungsphase für das Modern Japanese Studies Program (MJSP) an der Hokkaido University beginnt am 30. Januar 2017 und endet am 27. Februar 2017. Schriftliche Unterlagen müssen bis zum 13. März 2017 eingegangen sein. Studienbeginn Oktober 2017. www.oia.hokudai.ac.jp/mjsp

Internationaler Doppelabschluss

Im September 2017 beginnen internationale Bachelorprogamme mit Doppelabschluss in Tourismus oder Business Administration, Studienorte sind Lettland und Schottland, Frankreich oder Spanien, durchgeführt von der Turiba University in Riga: www.turiba.lv/en

Management Master in Ungarn

In 1 Jahr zum Master of Science in Marketing Management, Financial Management, Human Resource Management oder International Business. Die IBS Budapest bietet Masterstudiengänge auch für fachfremde Bachelor-Bewerber. Der Abschluss wird gemeinsam mit der University of Buckingham vergeben. Mehr Information: www.wirtschaftsstudium-in-budapest.de

Vermittlungsagenturen

Hohe Gebühren - aber wofür?

Immer mehr Deutsche gehen fürs Studium ins Ausland – quer durch alle Fachbereiche. Damit treten auch vermehrt Vermittlungsagenturen für ausländische Universitäten auf – mit teilweise hohen Gebühren und einem sehr unterschiedlichen Leistungsspektrum.

Als Marie Steffens* beschloss, Humanmedizin im Ausland zu studieren, entschied sie sich, eine Vermittlungsagentur einzuschalten. Eine direkte Bewerbung an der Universität sei ohnehin nicht möglich, hatte man ihr dort mitgeteilt. Also reichte sie über die Agentur ihre Unterlagen ein und erhielt nach bestandenem Aufnahmetest der Universität ein Studienplatzangebot. Nur zwei Wochen blieben ihr danach, den Platz anzunehmen. Die Uni selbst hatte Marie vorher nur kurz mit dem Vermittler besucht, die Gebäude besichtigt und das nagelneue Wohnheim. Gespräche mit dort bereits lebenden deutschen Studenten konnte sie nicht führen. Zu neu sei der Studiengang und sie selbst Pionier, hieß es seitens der Agentur. Marie sagte zu.

Die Vermittlung erfolgte angeblich „pro bono", also ohne direkte Kosten für die Deutsche. Allerdings erhielt Marie keinen Studienvertrag mit der Universität selbst, sondern nur mit dem Vermittler, der die Gebühren an die Universität weiterleiten sollte. Schnell fiel der Studentin auf, dass es zwischen der offiziellen Universitätsgebühr und der Gebühr, die sie an den Vermittler zahlte, eine Differenz von 2.500 Euro pro Jahr gab – zugunsten der Agentur. „Auf die Frage, wie diese Differenz zustande kommt, nannte der Vermittler eine geplante akademische Rotation mit deutschen Hochschulen im klinischen Teil des Studiums", erzählt sie. „Von einer solchen Kooperation wusste allerdings nicht einmal die Universität etwas."

Die Agentur versprach zudem eine deutschsprachige 24-Stunden-Betreuung vor Ort, auch das erwies sich als leeres Versprechen. Von Mitstudenten erfuhr Marie dann, dass es durchaus möglich ist, sich direkt bei der Universität zu bewerben und den Vertrag mit der Hochschule selbst abzuschließen.

Bessere Zulassungschancen?

„Vermittlungsagenturen sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen und lassen sich ihre Vermittlungstätigkeit oft mit mehreren tausend Euro vergüten", sagt die auf Hochschulrecht spezialisierte Rechtsanwältin Elke Giesen aus Bonn. Sie selbst führt seit fast 30 Jahren in Human-, Zahn- und Tiermedizin Studienplatzklagen durch – auch für deutsche Studenten, die im Ausland studieren und zurück nach Deutschland wollen. „Selbstverständlich ist eine direkte Bewerbung ohne Agentur bei den europäischen Hochschulen möglich und ebenso effektiv. Die jeweiligen Zugangsvoraussetzungen wie Abiturdurchschnittsnote, Aufnahmetest, Nachweis von naturwissenschaftlichen Kenntnissen etc. müssen die Studienbewerber in jedem Fall selbst erfüllen", ergänzt die Bonner Anwältin. „Es wäre auch unseriös und unzulässig, wenn der Eindruck entstünde, dass Bewerber nur durch das Einschalten einer Agentur einen Studienplatz bekämen und Universitäten somit ihre Studienplätze verkaufen."

Viele Agenturen stellen den Studenten bei einer erfolgreichen Vermittlung ein bis zwei Semestergebühren – zwischen 5.000 und 10.000 Euro – in Rechnung und bekommen oft zusätzlich eine Vermittlungsprovision von den Universitäten. Das erklärt auch den Ehrgeiz einiger Vermittler, Studenten bestimmte Hochschulen zu empfehlen. Hier winken höhere Erfolgshonorare!

Die Ärztin Stefanie Werter* suchte nach Informationen über ein Auslandsmedizinstudium für ihren Sohn. Nach einem Anruf bei einer Vermittlungsagentur erhielt sie Werbematerial – und über mehrere Wochen mindestens ein- bis zweimal pro Woche einen Anruf.

Man wolle wissen, ob ihr Sohn sich schon entschieden habe. „Diese Agentur hat mir gegenüber immer eine bestimmte Hochschule genannt und diese wie sauer Bier angeboten. Die Anrufer waren stets freundlich, aber irgendwann war ich genervt und habe die Nummer nur noch weggedrückt", sagt Werter.

Leistungsangebot kritisch hinterfragen

Natürlich kann es sinnvoll sein, einen Vermittler zu beauftragen. Neben den kostenpflichtigen Angeboten gibt es auch Agenturen, die tatsächlich für die Bewerber kostenfrei arbeiten und nur von den Universitäten Vermittlungsprovisionen nehmen. Sie unterstützen angehende Studenten dabei, die Bewerbungen vollständig und termingerecht einzureichen, sorgen für Übersetzung und Beglaubigung der Dokumente, bieten eine Vor-Ort-Betreuung und Hilfe bei der Wohnungssuche am Studienort. Manche Agenturen organisieren sogar die An- und Abreise inklusive Abholservice vom Flughafen.

Wofür bezahle ich eigentlich das Honorar? Sind diese Leistungen notwendig? Ist der versprochene Service vor Ort tatsächlich vorhanden, gibt es beispielsweise eine offizielle Kontaktperson, die bei Anlaufschwierigkeiten weiterhilft? Wenn Bewerber selbst zur Kasse gebeten werden, ist es sinnvoll, das Angebot kritisch nachzufragen. Schließlich ist bei nahezu allen renommierten Universitäten in der EU eine Direktbewerbung möglich. Bei bekannten Hochschulen mit einem solidem Lehrangebot ist ausschließlich eine aussagekräftige Bewerbung oder das Ergebnis des Aufnahmetests für die Zulassung entscheidend. Die Frage, ob die Bewerbung über eine Agentur eingegangen ist oder nicht, spielt dagegen keine Rolle.

von Kai Schirdewahn

* Namen geändert.

Studieren in Anderswo: Magazin, Ratgeber, Außergewöhnliche Studienprogramme

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